Home Blog erstellt am: : 09/06/07 Zuletzt aktualisiert : 17/10/11 15:15 / 1161 veröffentlichte Einträge

Motto der Woche ...  (Leben und andere Unfaelle) Verfasst: Montag, den 02. März 2009 14:14

 

Noch 6 Tage, Jungs, noch 6 Tage!

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Bundesliga, Folge 22 ...  (Mein alter Kumpel Fussball) Verfasst: Sonntag, den 01. März 2009 22:09

Ein guter Freund, einer der wenigen treuen Leser dieser abscheulichen Seite, sagte mir, ich schreibe zuviel über Fußball. Schade, dass er es so sieht, mir ist es sehr egal. Denn wenn diese Seite ein Konzept hat, dann dieses: ich schreibe, was ich will und nicht, was irgendjemand will. Kein persönlicher Angriff und natürlich bin ich immer noch süchtig nach reichlich Rückfutter und Kommentaren und so. Aber jetzt: Bundesliga, 22. Spieltag.

 

Was war das wieder für ein bekloppter Spieltag? Ich konnte die Sportschau am Samstag nciht zu Ende verfolgen und nun, da ich mich zu den Zusammenfassungen des Sonntags niedersetze, funktioniert das Ding nicht! Aber es geht auch so. Die Arminia war schon am Freitag dran, spielte 1:1 in Köln. Nach dem Spielverlauf ein durchaus glückliches Resultat, ein Punkt, aber der Vorsprung auf die Abstiegsränge ist dahin. Bochum und Cottbus taten uns nicht den Gefallen, sich unentschieden zu trennen. Der VfL gewann mit 3:2, auch dank eines umstrittenen Elfmeters. Hannover gewinnt auch noch, mitten in der Krise 1:0 gegen Bayer. Gibt´s doch nicht. Wenigstens hat der Rest verloren. Das ist der Abstiegskampf - die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln, ein ständiger Kampf aller gegen aller, Bereicherung auf Kosten anderer.

 

Aber warum bekloppt? Auf dieser Seite gibt es kein Phrasenschwein, deshalb flüstere ich nun mit weiser Stimme den Satz:"Im Fußball ist nichts sicher, außer der Überraschung". Ich meine: Hoffenheim gewinnt schon wieder nicht, Hertha ist schon wieder Tabellenführer, Fandel verpfeift ein Spiel, Bayern spielt nur 0:0 in Bremen, Wolfsburg ist plötzlich ein Spitzenteam. Die Wölfe gewannen nämlich 3:1 beim HSV und das gerade als ich (relativ) kruz davor war, meinen Meistertipp von Bayern in Hamburg umzubenennen. Aber so wird es immer und immer spannender und immer und immer verrückter.

 

Noch was Schlimmes. Mein kleiner Bruder hat mich an diesem Spieltag mit 5:1 beim Tippen entzaubert und jetzt macht der mich dauernd fertig.

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Werther lebt! ...  (Gesehen) Verfasst: Sonntag, den 01. März 2009 11:56

Werther, Landestheater/Grabbe-Haus Detmold

Will und ich setzten gestern Abend das in die Tat um, was wir uns schon so lang vorgenommen hatten: den Besuch der Werther-Inzenierung im Grabbe-Haus in Detmold. Alexander Frank Zieglarski hat aus den "Leiden des jungen Werther" von Goethe ein Solotheaterstück geschaffen und die Rolle gleich selbst übernommen. Nicht, dass man etwas jemanden wie den Werther in Geld aufwiegen könnten, aber die 6€ (mit Dank an Will {#} ) haben sich zweifellos gelohnt.

Aus den Kritiken und meiner bescheidenen Erfahrung mit den Landestheater-Produktionen wurde ersichtlich, dass es sich nur um eine recht moderne Inszenierung des Stoffes handeln konnte. Etwas überrascht war ich dann aber doch, als die erste Szene mit der ersten Strophe des altbekannten "Du schreibst Geschichte" der Madsens eingeleitet wurde. Und doch: auf wen passt dieses Lied besser als auf unseren Werther, der seine Geschichte selbst schreibt und so herrlich unangepasst nur das tut, was sein Herz ihm sagt (Sportfreunde Stiller?)? Ein Holzverschlag mit Wellblechdach stellt die Kulisse dar. Nicht das einzige, was in dieser Mixtur aus alt und neu an das Dasein vor Edgar Wiebeau aus Plenzdorfs "neuen Leiden des jungen W." erinnert.

Der Text richtet sich größtenteils nach Goethes Briefroman. Die wichtigsten Zeilen dürfen natürlich nicht fehlen: Werther ist immer noch so froh, dass er weg ist; es ist immer noch ein einförmiges Ding um das Menschengeschlecht, er kehrt in sich selbst zurück und findet eine Welt und dann war da auch noch die Bekanntschaft, die sein Herz näher angeht. Eine Lotte gibt es nicht, vielleicht auch, weil dieses Ideal einfach zu groß ist.

Mit viel Leidenschaft und Kreativität geht Zieglarski die bewegte und bewegende Geschichte an. Immer wieder hantiert er mit Requisiten wie Regenschirm und Gitarre, singt, tanzt, macht Liegestützen, telefoniert. Die nicht immer ganz einfache Mischung aus klassischem Text und moderner Kulisse ist ab und an Gold wert, bspw. wenn Werthers Euphorie im entscheidenden Moment durch Autolärm ausgebremst wird. Das Stück wird durch scheinbar gegensätzliche Elemente wie Pop-/Countrymusik ("King of the Road") und andere Goethe-Texte ("Willkommen und Abschied", muss man auch erst erkennen, ne {#} ) ergänzt. Eine Art Tagesschau-Sprecher in einem Fernseh-Bildschirm spielt den Wilhelm. Und das Spielen mit der Soffleuse und der Vorlage ("immer dieser Goethe") fehlt auch nicht, ist bei Aufführungen im Grabbe-Haus aber schon eine Selbstverständlichkeit. Der gelungene erste Teil weicht einem zweiten Buch, das lieblos und fast unfreiwillig einfach heruntergespielt wird. Blödes Leben, blöde Gesellschaft, blöder Albert. Das Ende wird also ziemlich schwach vorbereitet.

Aber dann der Selbstmord. Leute, allein für diesen Selbstmord lohnt es sich, dieses Stück zu sehen!!! Ich habe noch nie etwas so geniales auf einer Theaterbühne gesehen wie diese Szene. Etwas obskur ist es schon, Werther erschießt sich nicht, sondern begießt sich erst mit Benzin und stirbt dann an einem Stromschlag, auch das eine Parallele zu Edgar. Das geht ordentlich ab. Wilhelm als Tagesschau-Sprecher liest dann noch den Epilog ("Handwerker trugen ihn. Kein Geistlicher hat ihn begleitet.") und gibt sich auch noch die Kugel. Keine Ahnung, warum.

Der Werther ist das Buch, das mich bisher am meisten bewegt hat und von dem ich am meisten gelernt habe. Werther ist mehr als eine Fiktion, Werther lebt, Werther ist mein Freund. Viele halten den Werther für Kitsch, aber wer ihn wie ich dreimal gelesen, der liebt ihn mit jedem Mal mehr. Beim ersten Mal in der Schule war es okay, beim zweiten Mal im April 2008 war es wie eine Offenbarung. Warum? Ich weiß es nicht genau. Vielleicht weil dieser Mann mit seiner Leidenschaft und seiner Kompromisslosigkeit das lebt, was wir gerne wären: sein eigenes Leben mit Luft und Liebe, ohne zu fragen, was andere von ihm denken. Wir wären gern ein bisschen mehr Werther. Ich jedenfalls.

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Über der Stadt ...  (Leben und andere Unfaelle) Verfasst: Samstag, den 28. Februar 2009 13:08

U2 haben gestern ein Promo-Konzert für ihr neues Album gespielt. Nicht irgendeins. Auf dem Dach des BBC-Gebäudes in London vor 5000 Zuschauern.

 

Es gibt ja wohl nur eines, was geiler ist, als bei so einem Konzert dabei zu sein (muss ja nicht U2 sein): selbst da oben zu stehen.

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Hollywood ...  (Dichtung und Wahrheit) Verfasst: Freitag, den 27. Februar 2009 23:03

Jeden Morgen, mein Brot zu verdienen,
Fahre ich zum Markt, wo Lügen gekauft werden.
Hoffnungsvoll
Reihe ich mich ein unter die Verkäufer.

 

Bertolt Brecht

 

Bin gerade wieder begeistert und beeindruckt vom B.B. und außerdem passen die Zeilen zu heute Abend.

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