Stadttheater Bielefeld
Viel hatte sich die Schauspielriege des Bielefelder Theaters vorgenommen. Den Roman "Dr. Jekyll & Mr. Hyde" (Originaltitel siehe oben) auf die Bühne zu bringen und das gleich als Musical - ein Unterfangen, das beinahe aussichtslos ist. Aber auch Himmelfahrtsmissionen kann man schöner hinter sich bringen als am gestrigen Abend geschehen.
Der erste Teil, sprich die 90 Minuten vor der Pause, waren komplett für die Katz. Eine Handlung, die sich viel zu oft viel zu lang mit Nebensächlichkeiten aufhielt, so dass man den Eindruck gewann, hier ginge es nicht um Aufstieg und Fall eines ehrgeizigen Wissenschaftlers, sondern um dessen angebliche Frauengeschichten. Dass diese in der Romanvorlage gar nicht vorkamen, störte offenbar niemanden. Eine Fülle von Banalitäten und nichtssagender Sangeskunst.
Erst der zweite Teil rettete den Abend schließlich noch halbwegs. Endlich kam die an sich geniale Geschichte ins Rollen, vor allem weil das Musical sich nun auf die mehr oder wenigen wichtigen Dinge konzentrierte. Beeindruckend bei alledem allerdings die Bühnenpräsenz des Hauptdarstellers. Das Ende des Stevenson-Romans wurde zwar leicht abgewandelt (Utterson erschießt Jekyll/Hyde auf seiner Hochzeit), hatte aber durchaus seinen Reiz.
Immerhin, denn alles in allem war es nicht mehr als eine höchstens mittelmäßige Aufführung, die der Dramatik des Buches nur sehr selten gerecht werden konnte.
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