Wenn das nächste Jahr an die Tür klopft, man den neuen Kalender aufhängt und versucht sich anzugewöhnen, die neue Jahreszahl in seine Schulhefte zu schreiben, ist automatisch die Zeit der guten Vorsätze gekommen. Kurt Tucholsky hat dazu wie so oft die richtigen Worte gefunden.
Vorsätze
Ich will den Gänsekiel in die schwarze Flut tauchen. Ich will einen Roman schreiben. Schöne, wahre Menschen sollen auf den Höhen des Lebens wandeln, auf ihrem offenen Antlitz soll sich die Freiheit widerspiegeln ...
Nein. Ich will ein lyrisches Gedicht schreiben. Meine Seele werde ich auf sammetgrünem Flanell betten, und meine Sorgen werden kreischend von dannen ziehen ...
Nein. Ich will eine Ballade schreiben. Der Held soll auf blumiger Au mit den Riesen kämpfen, und wenn die Strahlen des Mondes auf seine schöne Prinzessin fallen, dann ...
Ich will den Gänsekiel in die schwarze Flut tauchen. Ich werde meinem Onkel schreiben, daß ich Geld brauche.
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