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Zwickmühle auf Chinesisch ...  (Sportiv) Verfasst: Samstag, den 22. März 2008 13:34

Fünf Monate sind noch verblieben bis zu den Olypmpischen Sommerspielen 2008 in Peking. Doch je näher der Höhepunkt des Sportjahres rückt, desto schwerer werden die Zeiten für das olympische Feuer.

Ob die Flamme im August wirklich im Pekinger Olympiastadion brennen wird, ist noch ungewiss. Das chinesische Vorgehen im Tibet ruft internationale Empörung hervor und spätestens seit mit dem Vorsitzenden des Europäischen Parlaments Pöttering ein hochrangiger Politiker den Olympia-Boykott unverblümt gefordert hat, steht eine ernsthafte Ausrichtung der Spiele auf der Kippe.

Der Boykott wäre die denkbar schlechteste Lösung. Bestraft würden damit höchstens die Sportler, die sich jahrelang auf die Spiele vorbereitet haben und jetzt um die (für einige letzte) Möglichkeit einer Medaille gebracht werden - ähnlich wie beim Moskau-Boykott 1980. Höchstens als politisches Druckmittel könnte eine Boykottdrohung funktionieren, denn das Verhalten der Chinesen, ein scheinbar fortschrittliches Land mit einem erschreckenden Mangel an Presse- und Religionsfreiheit, ist für die demokratische Welt (eigentlich) nicht akzeptabel. Auf deutliche Äußerungen seitens der Regierungen wartet man aber noch vergebens.

Wer über einen Standortwechsel nachdenkt, kann getrost ins Reich der Utopisten verwiesen werden, denn in so kurzer Zeit kann unmöglich ein Ersatz-Ausrichtungsort olympiatauglich gemacht werden.

Dennoch: das Problem ist hausgemacht. Denn hätte das IOC schon Jahre vorher bei der Vergabe auf die Vielzahl der kritischen Stimmen gehört, wäre die Vorfreude auf den olympischen Sommer jetzt ungetrübt - und das ist bekanntlich die schönste Freude.

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2 Kommentar(e)

  • Huge

    Di, den 25. Mär 2008 18:35

    Eine wirkliche Lösung des Problems wäre das dennoch nicht. Ich bin jedenfalls gespannt, wie die demokratischen Sportler und v.a. die Delegationen das Ganze über die Bühne bringen wollen. Das Verhalten Chinas (ich hörte heute, sie "drohen" für den Fall von Treffen mit dem Dalai Lama) ist doch schlichtweg unverschämt.

  • Huckleberry

    Di, den 25. Mär 2008 17:22

    Utopist? Und wenn schon. Schon Eleanor Roosevelt wusste "Die Zukunft gehört denen, die an die Wahrhaftigkeit ihrer Träume glauben."
    Wie auch immer, ein Standortwechsel wäre für mich die Ideallösung, weil damit einerseits dem chinesischen Machtapparat seine Grenzen aufgezeigt würden und gleichzeitig die von dir befürchtete Bestrafung der Olympioniken vermieden würde.
    Zugegeben, das nicht unerhebliche Problem des Zeitmangels wäre ein Hinderniss, aber eine offensichtlich provisorisch eingerichtete Olympiade würde die Wirkung auf das weltweite Publikum nur noch verstärken und die Menschen für Zustände im Reich der Mitte nur noch sensibler machen.


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