Am gestrigen Abend besuchte ich wieder einmal eine Theateraufführung, diesmal im Grabbe-Haus und in der überaus reizenden und anregenden Begleitung von ... naja, war doch "nur" der Will. Dargeboten wurde übrigens "Das Einmaleins des C-Schauspielers" von Michael Green.
Was ist ein C-Schauspieler? Jemand, der weiß, wann sein Auftritt kommt, aber nicht wo. Ein C-Schauspieler ist derjenige, der mit einem einzigen Satz das ganze Stück an sich reißen kann - nicht unbedingt im positiven Sinne. Um ebendiese Spezies dreht sich das Ein-Mann-Stück, in dem ein C-Schauspieler von den kleinen Tricks und Tragödien des Theaters erzählt: Schwertkämpfe, Schlussapplaus und wo sonst der Teufel im Detail steckt.
Dabei gibt es für einen C-Schauspieler nur eine Devise: Auffallen! Gleichzeitig gilt es aber aufzupassen, rechtzeitig die Krankheit der Frau ins Feld zu führen und nicht von einem A-Schauspieler die Blankverse: "Du langweilst mich ..." (Rest hab ich vergessen) zu hören. Auch einer der schönsten Sätze des Monologs soll nicht unerwähnt bleiben: "Ein talentierter Schauspieler lässt ein Stück Holz wie ein Schwert aussehen. Ein C-Schauspieler kann ein Schwert wie ein Stück Holz aussehen lassen."
Ein wahrhaftig entzückendes Stück, in dem man sich ständig zwischen Schmunzeln und unterdrücktem bzw. halblautem Lachen befindet und das perfekt in die Atmosphäre des Grabbe-Hauses passt.
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