Tommy fiel bereits der (nicht schlechten) Idee anheim, die Alm demnächst mit einem "Oh Captain, mein Captain"-Plakat für Matthias Hain zu besuchen. Im Gespräche ist auch ein Graffiti mit selbigem Wortlaut auf der Südtribüne.
Warum das alles? Ganz einfach. Matze, seit sieben Jahren im Arminia-Trikot, ist nicht nur eine der wenigen Konstanten im Bielefelder Fahrstuhlfußball, sondern auch eine echte Identifikationsfigur. Und damit ist Arminia Bielefeld beileibe nicht gesegnet. Jahr für Jahr wird der Kader durcheinandergewirbelt. Wer eine gute Saison gespielt hat (Beispiele Buckley, Westermann, Owomoyela usw.), versucht sein Glück sofort bei einem Topklub. Spieler, die auch in der Öffentlichkeit für Arminia stehen, muss man mit der Lupe suchen. Neben Matze sind das höchstens Rübe Kauf und Sportdirektor Detlev Dammeier. Einen echten Typen im Umfeld gibt es ebensowenig. Kein Nobby Dickel wie in Dortmund oder Herrmann Rieger wie ehedem beim HSV. Stattdessen ein unfähiger Vorstand.
Oder wie ist zu erklären, dass der Vertrag mit Matze Hain nicht verlängert wird? Angedeutet hatte es sich zumindest. Nach seiner Verletzung machte Michael Frontzeck endgültig Rowen Fernandez zur Nummer eins. Dass für einen 35-jährigen Kapitän da kein Platz mehr bleibt, ist klar. Verständlicherweise holt man lieber einen jungen Mann, der keinen Stress auf der Bank schiebt. Der verdiente Matthias Hain, der jahrelang seine Knochen hingehalten hat, wird abgeschoben. Bei anderen Klubs wird man in solchen Fällen Jugendtrainer oder in sonstiger Funktion weiterbeschäfigt. Arminia Bielefeld scheint das nicht nötig zu haben ...

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