Das arbeitsfreie (wenn man von den Prüfungsvorbereitungen einmal absieht), lange und sonnige Pfingstwochenende nutzte ich wie viele andere aus Detmold und Umgebung zu einem Abstecher ins ewig unerforschte Reich der bildenden Künste. Einige sehr interessante Gruppen hatten sich zum "Internationalen Straßentheater-Festival 2008" im kleinen, aber kein bisschen schönen Detmold eingefunden. Wobei ich anmerken muss, dass Detmold in kultureller Hinsicht doch eine Menge zu bieten hat.
"Les Goulus" aus Frankreich führten im Rosental ihr Stück "Les Horsemen" auf. Eine Mischung aus Mr.Bean und absurdem Theater. Und anscheinend gibt es doch Franzosen, die einigermaßen Englisch können. Auf alle Fälle war es ausgesprochen lustig und amüsant, was die drei Reiter ("No one on earth can do that on a horse but him" ...) da zeigten.
Faszinierend war die Vorstellung "Glissssssssendo" der Gruppe "Le Snob & Ulik". Optisch leichte Assoziationen an düstere Gothic-Bands hervorrufend, bewegte sich das Ensemble wie von Zauberhand mal im Kreis, mal kreuz und quer über den Basketballplatz des Leo. Besonders faszinierend fand ich das Zusammenspiel von Feuer und Musik in der Dunkelheit eines Sonntagabends.
"Fragments de Paradis" lief größtenteils in französisch ab. Eine Performance, die sehr (zu?) modern, laut und extravagant daherkam und mich deshalb nicht so recht begeistern konnte.
Bei "Kamchatka" aus Spanien ging es sehr
interaktiv zu. Beeindruckend, wie spontan dieses
Improvisationstheater ist, inklusive Klingelstreich beim
Fürsten 
Eher langweilig war das "Iglu", wo es eigentlich nicht wirklich etwas zu sehen gab, im Gegensatz zu einer jugendlichen Breakdance-Gruppe. Die "Lunatics" bewegten sich auf einem skurilen Straßenbau-Gefährt durch Detmold. Und dann wäre noch die "Plunge!Boom!"-Vorstellung zu erwähnen, über die zu schreiben ich jetzt keine Lust habe.
Ganz nach dem Motto "l´art pour l´art" ging es dann aber doch nicht zu. Den Preis des Festivals gab es für "Glissssssssendo" (zumindest das war mir nach dem Sehen der Aufführung ziemlich klar) und Kumulus (je 4000 €), den Preis für die besondere Inszenierung teilten sich "Les Horsemen" mit "Babok" (je 1500 €).
So darf sich Detmold mal wieder über ein sehr gelungenes Straßenfest freuen (über 60.000 Besucher) und auf die nächste Ausgabe 2010 gespannt sein.
Bilder gibt´s hier
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