Es war einmal eine politische
Partei in Deutschland, die Großes erreichte. Diese Partei
hieß SPD. Heute ist die SPD immer noch eine
politische Partei, nur leider erreicht sie nicht mehr viel und ist
auch sonst nicht mehr wirklich ernstzunehmen. Kaum war der Konflikt
um Andrea Ypsilanti, ihren Linken-Flirt in Hessen und die
Wankelmütigkeit von Parteichef Kurt Beck in ebendieser Frage
halbwegs ausgestanden, loderte bereits das nächste
Störfeuer auf - innerhalb der Partei wohlgemerkt.
Ob man Wolfgang Clement nun hätte ausschließen sollen
oder nicht, wie weit die freie Meinungsäußerung in einer
Partei gehen darf, darüber kann und wird lange diskutiert
werden. Klar ist aber: der erneute interne Zwist lässt die
Sozialdemokraten in der Wählergunst immer tiefer sinken, auch
wenn das kaum noch jemand für möglich gehalten hatte.
Seit Monaten steckt die SPD in der Krise, sozial
ist sie schon lange nicht mehr, hoffentlich bleibt sie wenigstens
demokratisch. Wurde vor einiger Zeit noch schockiert vom
"20-Prozent-Ghetto" gesprochen, so sind Umfragewerte im
20er-Bereich mittlerweile zur Normalität geworden.
Schadenfroh wird diese Entwicklung natürlich andernorts
beobachtet. Aber: Für die Bundestagswahl 2009
kündigt sich ein Horrorszenario an. Im nächsten
Jahr drohen auch auf Bundesebene hessische Verhältnisse. Denn
mit der CDU sinkt auch die zweite Volkspartei in den Umfragen immer
tiefer, sogar in Bayern droht der Schwesterpartei CSU der Verlust
der absoluten Mehrheit. Auf die Kosten der beiden großen
Parteien wächst hingegen die Beliebtheit der kleinen
Parteien. Ein klares Zeichen für die Unzufriedenheit
der Bürger mit der Arbeit der Regierung. Grüne, FDP und
Linke allesamt über 10 Prozent - das macht Koalitionen in
einer Fünf-Parteien-Republik gleich noch
schwieriger.
Womit wir beim eigentlichen Problem wären. Denn nach
momentanem Stand würde es vorraussichtlich für
keine der klassischen Koalitionen im Bund reichen,
weder für ein bürgerliches Lager mit CDU/CSU und FDP noch
für Rot-Grün. Es läuft also entweder alles auf eine
Fortsetzung der Großen Koalition hinaus, die denkbar
schlechteste Variante, da sich CDU und SPD wie erwartet
spätestens im letzten Jahr der Legislaturperiode blockieren.
Die Alternative: ein Dreierbündnis. Doch noch scheinen dort
alle Wege verbaut, es müssen noch einige Schatten
übersprungen werden.
Gut möglich, dass es schon 2009 für ein linkes
Bündnis mit SPD/Grünen/Linken reicht. Dafür
allerdings müsste die SPD zunächst ihren ablehnenden Kurs
gegenüber der Linkspartei aufgeben, außerdem würde
sich die Regierungsarbeit mit drei regierenden Parteien und vor
allem der Kombination Lafontaine/SPD extrem explosiv gestalten. Die
CDU als stärkste Partei wird sich neben der FDP wohl noch
einen Partner ins Boot holen müssen. In Hamburg wird mit den
Grünen ja schon mal für den Ernstfall geprobt. Es werden
stürmische Wahlkampfzeiten werden.
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Blog erstellt am: : 09/06/07 Zuletzt aktualisiert : 17/10/11 15:15 / 1161 veröffentlichte Einträge
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