Jetzt, da das Olympische Feuer für vier Jahre erloschen ist
und die Zeit der Olympiade wieder anbricht, wird es Zeit, das
Erlebte, Gesehene und Geleistete Revue passieren zu lassen.
Eine Menge Gesprächsbedarf besteht im Deutschen
Schwimmverband. Regelrecht untergegangen sind die deutschen
Schwimmer im Water Cube von Peking. Dass sie nicht vollends
ertranken, ist lediglich den zwei Goldmedaillen von Britta Steffen
über die Kurzstrecken zu verdanken. Bleibt zu hoffen, dass
diese Teilerfolge nicht das katastrophale Abschneiden kaschieren.
Alle haben enttäuscht - bis auf Steffen, im Rahmen ihrer
Möglichkeiten Paul Biedermann und Annika Lurz.
Die Ruderer erlebten in Peking ein einziges Desaster. Der Achter -
einst deutsches Paradeboot - lief als Letzter ein, Marcel Hacker
verpasste das Finale. Lediglich der Frauen-Vierer mit Kathrin Boron
an der Spitze brachte immerhin Bronze nach Hause. Die Ehre des
deutschen Wassersports retteten - wie so oft - die Kanuten, die
drei Siege erpaddelten.
Größtenteils enttäuschend auch die Resultate in den
Mannschafts- und Ballsportarten. Für die Fußballfrauen
reichte es zwar zu einer ehrenhaften Bronzemedaille, das Ziel Gold
wurde aber verfehlt. Die Hockeyspielerinnen verpassten Rang drei.
Dass das olympische Halbfinale erstmals seit mehr als 20 Jahren
keinen deutschen Tennisspieler sah, überraschte niemanden. Die
Basketballer Am schlimmsten erwischte es die Handballer: Frauen und
Männer schieden trotz großer Erwartungen kläglich
in der Vorrunde aus. Höchst erfreulich dagegen die grandiose
Leistung der Hockeyherren, die mit Gold belohnt wurde.
Fabian Hambüchen musste sich gleich dreimal mit dem
undankbaren vierten Platz zufriedengeben. Schlimmer noch: an seinem
Paradegerät, dem Reck, stürzte er doppelt, patzte auch
bei der Einzelkür. Immerhin wurde es beim Einzelwettkampf am
Reck noch die Bronzemedaille. Bei aller Sympathie, Hambüchen
muss sich den Vorwurf gefallen lassen, im Vorfeld zu hohe
Erwartungen und zu viel Druck erzeugt zu haben. Umgehen konnte der
20-jährige damit offensichtlich nicht.
Als Goldgaranten glänzten erneut die Reiter. In der
Vielseitigkeit und der Dressur stand die deutsche Equipe ganz oben,
in der Einzel-Dressur holten Isabell Weerth und Heike Kemmer Silber
und Bronze. Ganz besonders ritt sich Hinrich Romeike als
Doppelolympiasieger in den Vordergrund. Die Springreiter erwiesen
sich allerdings nicht gerade als "Goldene Reiter", mit dem
Tiefpunkt der positiven Dopingprobe bei Christian Ahlmanns Pferd
Cöster.
Neben den verpassten Chancen, kleinen und großen
Enttäuschungen steht aber eines fest: Es waren
erfolgreiche Spiele für Deutschland. Die Bilanz von
Athen und Sydney, 13 Goldmedaillen, wurde mit 16 Siegen klar
übertroffen. Für die Fechter sorgten Benjamin Kleibrink
und Britta Heidemann innerhalb von 20 Minuten für einen
Doppelsieg. Emotionale, große Momente erzeugten wieder einmal
die Randsportarten: die beinahe übermenschlichen Kräfte
des Matthias Steiner, die Vielseitigkeit von Lena Schöneborn,
die Akrobatik eines Ole Bischof. Ob man in zwei Monaten ihre Namen
noch kennt? Egal. Sie sind Olympiasieger, Helden für die
Ewigkeit.
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Blog erstellt am: : 09/06/07 Zuletzt aktualisiert : 17/10/11 15:15 / 1161 veröffentlichte Einträge
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