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Das Land, wo die Zitronen blühen ...  (Mein alter Kumpel Fussball) Verfasst: Donnerstag, den 18. September 2008 12:20

Als Tommy und ich gestern beim Hannes das CL-Spiel der Bayern verfolgten, kam am Rande die Frage auf, wie stark sich die Premier League von der Bundesliga unterscheide. Und schon ward ein neues Blogthema gefunden {#}Ich mache keinen Hehl daraus, dass in mir nicht nur Respekt, sondern schon Bewunderung für die britische Fußballkultur herrscht und ein Besuch an der sagenumwobenen Anfield Road zu Liverpool zu meinen größten Lebensträumen gehört. Interessant aber, was Mr. soundso von ManCity bei den 11Freunden erzählte.

Vergleichbar mit einem Klub wie dem FC St. Pauli in Deutschland?

Vielleicht. Auch Citys Fankultur hatte in den 80er Jahren ihre Hochphase, wir brachten damals zum Beispiel als erste Fans aufblasbare Bananen in die Stadien.


Soso. Aufblasbare Bananen also.

Aber im Ernst. Wenn das englische Fernsehen die Premier League als "greatest Show on earth" bewirbt, so sicherlich mit einigem Recht. Die bereits erwähnte Fankultur mit den engen Stadien und toller Stimmung macht jedes Spiel zu einem Event*. In England verdienen die besten Spieler der Welt ihre Pfunds. Und von Kick-and-rush ist längst nichts mehr zu sehen, die Topklubs bieten den besten und modernsten Fußball auf dem Planeten neben der Primera Division. Aber ist deshalb alles rosarot im Mutterland des Fußballs?

Wohl kaum. Wie überall, finden sich auch im Cocktail aus schönen Toren und spektakulärer Show einige Wermutstropfen. Ich habe weder große Lust noch viel Zeit, stundenlang über diese zu recherchieren, deshalb nur angeschnitten wie ein Eckball von Joe Cole. Durch die Milliardärs-Übernahmen bei Chelsea (Abramowitsch) und ManU (Malcolm Glazer) geht die Seele des Vereins verloren, das Identifaktionspotential. Die hohen Fernseheinnahmen und das daraus resultierende Geld für Stars fordert vor allem bei den treuen Fans seinen Preis: ein zerrissener Spieltag, kaum Bilder im Free-TV, nur zu später Stunde. Und da die TV-Millionen anscheinend immer noch nicht reichen, kosten die Premier-League-Karten mittlerweile ein kleines Vermögen.

Noch einmal, damit wir uns richtig verstehen: auch für den Huge ist die Premier League die unumstritten beste Liga der Welt. Aber in typisch deutscher Jammermanier die Neidkeule vorzuholen - das ist schlechter Stil. In der Bundesliga spielen zwar keine Ronaldos und Drogbas, dafür schützt die 50plus-Regelung die Vereine vor milliardenschweren Aufkäufern. Spätestens seit der WM 2006 besitzt Deutschland die modernsten Stadien der Welt mit meist friedlichen Fans. Die Interessen des Fans werden zumindest manchmal geschützt, z.B. in Hinblick auf die TV-Rechtevergabe. Und nicht umsonst machen immer mehr englische Fußballfreaks den Weg in die Stadien nach Schalke oder Dortmund, um spannenden Sport vor toller Kulisse zu humanen Preisen zu erleben.

Für Zustimmung oder Widerspruch sind jetzt die Wahlengländer unter den Lesern zuständig, nech ...

*Nein, ich war noch nie bei einem Premier-League-Spiel ;-)

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