I
Selten genug kommt es im Late-Night-Talk der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger" zu einer intelligenten Diskussion, gestern war es endlich wieder einmal soweit, wenn man mal großzügig über die unqualifizierten Äußerungen von Katja Ebstein hinwegsieht. Neben der Sängerin waren FOCUS-Chef Helmut Markwort, Schauspieler Fritz Wepper, Liedermacher Konstantin Wecker und Kabarettist Werner Schneyder mit von der Partie, die sich größtenteils um die politische Situation in Deutschland im Allgemeinen und in Bayern im Besonderen drehte. Schneyder überzeugte mich dabei am meisten und sprach ganz ernsthaft zwei wichtige Sätze:
In einer Demokratie ist grundsätzlich alles über 50 % immer verdächtig.
Und:
Die großen Parteien sind für die Entwicklungen der politischen Ränder verantwortlich. Das Versagen der bürgerlichen Parteien züchtet Nazis.
Am Sonntag wird in Bayern gewählt. Erstmals muss die CSU trotz aller Anstrengungen ernsthaft um ihre absolute Mehrheit zittern. Für die Demokratie in Bayern wäre ein 50minus-Ergebnis bei entsprechender Sitzverteilung wohl das Beste. Wenn die CSU die Alleinherrschaft im Freistaat verliert, hört vielleicht auch endlich das arrogante Getue der Herren Beckstein und Huber auf, die sich offenbar als alleinige Erhalter des bayerischen Geistes sehen. Zwar habe ich gehört, dass die SPD-Landtagsfraktion einen gewissen Peinlichkeitswert besitzt, dennoch ist mit einer Regierungskoalition wohl jedem geholfen.
Die mit Spannung erwartete Wahl dürfte Signalwirkung für ganz Deutschland und die Bundestagswahl 2009 haben. Ich habe ja schon ein paar Mal über das politische Dilemma in diesem Land geschrieben und die Frage: Wen soll man bloß wählen? Momentan gibt es wohl keine andere Lösung als die Taktik des kleineren Übels, auch wenn für mich bis zur nächsten Wahl noch genau ein Jahr hin ist.
Das vorläufige Schlusswort soll dann Konstantin Wecker (eine Art Wolf Biermann der BRD) gehören, der gestern Abend sagte: "Für diese Welt sieht es langfristig ziemlich scheiße aus." Ich habe das dumpfe Gefühl, er könnte Recht behalten.
II
Von der Maischberger schaltet man um und landet beim Kerner. Bei dem labert Mario Barth irgendeinen Stuss (diesmal kam er dazu, beim letzten Mal war ja Eva Herman da
), und gebildete Menschen wie Uli Wickert und Andreas Baader (äh ... M. Bleibtreu) grinsen blöde dazu. JBK auch, aber das ist nichts Neues.
III
Wie kann Moritz Bleibtreu gleichzeitig bei Johannes Balthasar sitzen und mit seiner Freundin im Whirlpool Elementarteilchen spielen. Und warum sind Filme manchmal beim zweiten Mal so schlecht? Hä?
Wer Anmerkungen machen möchte, ist willkommen.
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