Home Blog erstellt am: : 09/06/07 Zuletzt aktualisiert : 17/10/11 15:15 / 1161 veröffentlichte Einträge

Lichtblicke im Angriff, Sorgen um die Abwehr ...  (Mein alter Kumpel Fussball) Verfasst: Sonntag, den 12. Oktober 2008 00:36

Zur Halbzeit war die Welt in Ordnung. Mit 2:0 führte die deutsche Nationalmannschaft nach starken 45 Minuten gegen Russland. Mit geradlinigem Offensivspiel und schnellen Kombinationen machte die DFB-Elf mit dem vermeintlich stärksten Gruppengegner kurzen Prozess. Klose steckt für Podolski durch - 1:0. Maßflanke von Schweinsteiger auf Ballack - 2:0. In der eigenen Hälfte kaufte man Archavin und Progrebnyak den Schneid ab. Ein zweifellos starker Auftritt.

Wie gesagt, bis zur Halbzeit. Was folgte, war kein Einbruch, aber zumindest ein verlorener Faden. Nach dem 1:2 durch Archavin drohte die Partie zu kippen. Dass am Ende noch alles gut ging, ist einerseits der deutschen Offensivstärke, andererseits dem Glück zu verdanken. Denn der Pfostentreffer kurz vor dem Abpfiff hätte ohne weiteres auch eine Punkteteilung bedeuten können. Lediglich einige Aktionen über die agilen Podolski, Trochowski und Schweinsteiger sorgten für Entlastung.

Keine Frage, die Abteilung Offensive sorgte für Lichtblicke. Der oft umstrittene Piotr Trochowski sorgte für Wirbel und war seinem ersten Tor nie näher, Schweinsteiger stellte nicht nur bei der Vorlage zum 2:0 seine technischen Fertigkeiten unter Beweis. Podolski und Klose taten viel für die Mannschaft und auch Kapitän Michael Ballack traf bei seiner Rückkehr wieder. Den ganz großen Auftritt legte Ballack zwar nicht aufs Dortmunder Parkett, musste er aber auch nicht.

Eine unpopuläre Entscheidung fällte Jogi Löw, als er Torsten Frings auf die Bank verbannte. Ausgerechnet den Mann, der vor Tagen noch an die Leistung der Möchtegern-Führungsspieler appelliert hatte. Eine Degradierung? Zwecklos, hier Gespenster zu sehen, denn Hitzlsperger und Rolfes haben definitiv weder die Klasse noch das Standing eines Torsten Frings. Doch sieht Löw das genauso? Seine Aussagen, kein Stammplatz sei mehr sicher, lassen zumindest daran zweifeln.

Sorgen macht derweil die Abwehr. Schon in der hochgelobten ersten Hälfte sah Mertesacker Archavin beim Flanken nur zu, was danach fast zur liebgewonnenen Gewohnheit wurde. Auch wenn diese Viererkette alles andere als eingespielt ist: Fehler wie der Ballverlust von Lahm vorm 1:2 dürfen nicht passieren. Insgesamt wirkte die gesamte Abwehrformation gegen die an diesem Tage nicht einmal überragenden russischen Stürmer zu passiv.

Daraus resultierte einige Arbeit für den einzigen Debütanten des Abends: Torwart René Adler. Bei seinen beiden besten Paraden gegen Progrebnyak stand der Russe vorher zwar im Abseits, Adler zeigte aber unmissverständlich: mit ihm ist zu rechnen. Spätestens seit heute Abend ist der Konkurrenzkampf um den Platz im Tor eröffnet.

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