In aller Frühe hatte er sich aus
dem Bett gewagt, die 200 Seiten (studierend!) gelesenen Text
eingepackt und sich auf die Treppen begeben. Unterwegs zum
Wissenserwerb, zu einem Seminar und zwei Vorlesungen, die den
Prozess der Erkenntnis der Dinge noch ein wenig mehr beschleunigen
sollten. Dann stand er da, vor der dicken hölzernen Holztür, die
noch fest verschlossen war, da noch niemand zu so früher Stunde das
Haus verlassen hatte. Er Kramte seinen Schlüsselbund hervor, suchte
das richtige Instrumentarium. Mit flinker Gebärde steckte der
Schlüssel im Loch und drehte sich und drehte sich. Und drehte sich.
Nichts geschah. Diese Tür bewegte sich keinen Millimeter, gefangen
im Studentenwohnheim.
Ratlos und auch ein wenig peinlich berührt trottete er hinauf in
sein Zimmer. Wie nun den Weg nach draußen finden? Es gab nur eine
Lösung: das Fenster. Nicht gucken, nicht denken, nur springen. So
wie Robert Langdon aus dem Hubschrauber des Camerlengos.
Jetzt liegt er da, eine undefinierbare Masse auf dem Fußgängerweg
zwischen Mülltonne und Straßenlaterne. Er hat es getan. Noch nicht
einmal aus Liebe (mit einem leicht resignativen Unterton
hätte er das gesagt), höchstens aus Liebe zum Wissen. Man fand ihn
eine halbe Stunde später. Die Welt drehte sich weiter.
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Blog erstellt am: : 09/06/07 Zuletzt aktualisiert : 17/10/11 15:15 / 1161 veröffentlichte Einträge
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1 Kommentar(e)
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Wahnsinnig ja, aber genial?
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