Armageddon - Das Jüngste Gericht (USA 1996, gestern im ZDF)
Ein überdimensionales
Meerschweinchen oder doch nur ein Meteorit will die Welt
auffressen. Das gute daran: nie wieder Steuern. Das schlechte: alle
tot. Also macht sich eine verrückte, aber eingeschworene Crew mit
einem Bohrer und einer Atombombe auf, um das Ding zu sprengen. Fast
geht es schief, aber dass es geklappt hat, sehen wir daran, dass
ich das hier schreiben und ihr es lesen könnt. Am Ende sind alle
froh, dass sie noch leben und traurig, dass einige dafür sterben
mussten. Das ist die ganze Geschichte.
Auffallend dabei: dieser schreckliche
Hollywood-USA-Patriotismus. Als wollte dieser Meteorit nur
die USA vernichten, dürfen sich nur die USA um die Lösung des
Problems kümmern. An keiner Stelle wird ein anderes Land auch nur
erwähnt, keine Zusammenarbeit, keine UN. POTUS entscheidet über
Wohl und Wehe des Planeten. Ein Land mit Sternen und Streifchen
darf wieder zeigen, was es kann. Merken diese
Regisseure/Drehbuchautoren/Produzenten nicht, wie bekloppt das
ist?
Allerdings eine sehr dramatische Geschichte, fast
schon zu dramatisch. Denn ebenso typisch wie der amerikanische
Patriotismus ist die Sucht, alles gnadenlos zu
übertreiben. Mindestens dreimal ist die Mission so gut wie
gescheitert und das Team totgeglaubt und die NASA-Typen sagen: "Das
ist das Ende". Und dann ist das Signal wieder da und sie
entschärfen die Bombe, wobei man schon dankbar sein kann, dass dies
zwei Sekunden und nicht eine Sekunde vor der Detonation passiert.
Zudem natürlich ganz viel Pathos: "Der tapferste
Mann, der je gelebt hat" uswusf.
Ich habe den Film vor etwa fünf Jahren zum ersten und bis gestern
einzigen Mal gesehen. Wenn man mich nach meinem
Lieblingsfilm fragte, so antwortete ich auch aus
Mangel an Alternativen "wahrscheinlich Armageddon". Heute, es ist
wohl auch eine Frage des Alters, sage ich: guter Film, aber nicht
überragend. Das heißt, ich hab im Moment gar keinen Lieblingsfilm.
Filme können mich einfach nicht so packen wie bestimmte Bücher und
bestimmte Musik. Ich sehe auch kaum Filme. Was ist nun also mein
neuer Lieblingsfilm? Vielleicht "Das Leben der Anderen" oder "The
Dark Knight" (wobei der zu belanglos ist) oder sogar "Die
Simpsons". Keine Ahnung, Mann (sorry für den
unprofessionellen Text).
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