Home Blog erstellt am: : 09/06/07 Zuletzt aktualisiert : 17/10/11 15:15 / 1161 veröffentlichte Einträge

Holger kennt keinen Schmerz ...  (Sportiv) Verfasst: Samstag, den 24. Januar 2009 11:59

Damals, es ist schon fast lange her, als man in der Geisterstadt noch verträumten Blickes an eine rosige Zukunft glaubte und andererseits die Aussichtslosigkeit des Unterfangens immer deutlicher sah, was (und hier ist der sprichwörtliche Abend aller Tage wohl erreicht) zu leichterwiegenden Folgen und anderen Langzeitwirkungen führte - damals also habe ich im Sportunterricht, wo ich meist nur durch statisches Körperverhalten und dumme Sprüche auffiel, manchmal auch ganz gern Handball gespielt. Ich ging dann immer freiwillig ins Tor, aus ersichtlichen Gründen: man musste nicht so viel laufen (Handball ist lauftechnisch ein Spiel für Schweinehunde), man konnte mit ein paar gehaltenen Bällen schnell zum Helden für ein paar Minuten werden und im Handball fallen normalerweise so viele Tore, dass es niemandem auffällt, wenn man gar nichts hält. Aber wenn ich mir die WM-Spiele im fernen Kroatien ansehe, dann danke ich meinen diversen Persönlichkeiten immer wieder, mich davon überzeugt zu haben, mit dem Handball aufzuhören noch bevor ich richtig damit angefangen habe. (Stimme 21: Was sind das hier für Thomas-Mann-Sätze?)

Ich will mir gar nicht vorstellen, welche Schmerzen ich sonst an welchen Stellen hätte. Jedenfalls wäre es nicht nur ein Druckschmerz, wenn man draufdrückt. Schaut bei den nächsten Spielen einmal genau hin. Oder habt ihr es schon gesehen: wie Pascal Hens gegen diese Amok-Russen zwei Fäuste ins Gesicht (im Sprung!) bekommen hat? Wie ein Ellbogen FSK-18-mäßig im Gesicht von Dominik Klein landete?

Und dann Holger Glandorf. Der Mann sieht zwar jedesmal aus, als hätte er zuwenig zu essen und auch sonst immer nur gebrauchte Tage, aber Handball spielen kann er. Habt ihr den Hüftwurf gegen Mazedonien gesehen? Wenig später gibt es volle Karacho einen Schlag dahin, wo des Mannes Kronjuwelen sitzen. Was macht er? Der Holger liegt eine halbe Minute am Boden, lässt sich von den Masseuren ein bisschen streicheln (nein, nicht an den Kronjuwelen), steht auf, spielt weiter und wirft neun Tore. Neun Tore, wo andere die Glocken klingen hören oder gar nicht mehr aufstehen.

 

Für die Dauer der WM sind Holger Glandorf und Kollegen meine Helden.

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