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Zehn Minuten zu viel ...  (Mein alter Kumpel Fussball) Verfasst: Montag, den 23. Februar 2009 11:33

Im Fall der Hoffenheimer Dopingkontrolle darf die DFB-Bürokratie wieder zeigen, was sie kann. Borussia Mönchengladbach ist das mehr als recht.

 

Es muss wichtig gewesen sein, was Ralf Rangnick seiner Mannschaft nach dem 1:1 gegen Borussia Mönchengaldbach vor zwei Wochen ins Stammbuch zu schreiben hatte. Jedenfalls verlor der Trainer der TSG 1899 Hoffenheim keine Zeit und setzte die Mannschaftssitzung auf direkt nach dem Spiel an - Fehlen verboten! Zehn Minuten dauerte die Sitzung.

 

Zehn Minuten zu viel für Andreas Ibertsberger und Christoph Janker, die sich bei der Dopingkontrolle verspäteten. Deshalb hat nun der DFB-Kontrollausschuss die Ermittlungen aufgenommen. Beiden Spielern droht eine lange Sperre. Davon können die italienischen Spieler Mannini und Ponnanzini ein Lied singen, die in der Serie A wegen eines ähnlichen Vergehens ein Jahr (!) pausieren müssen.

 

Alle Bemühungen zur Dopingbekämpfung und den WADA/NADA-Code in Ehren, doch das Verhalten im Fall Hoffenheim wirkt unverhältnissmäßig und überzogen. Ibertsberger und Janker wurden bei der Probe wohlgemerkt negativ getestet, was die Ermittler aber wenig beeindruckt. Ohnehin glaube ich, dass Doping im Fußball ("Das Zeug muss in die Spieler" ^^) wenig verbreitet bis teilweise wirkungslos ist.

 

Nutznießer der seltsamen Geschichte könnte Borussia Mönchengladbach sein. Wie glaubhaft nachgewiesen, erreichen die sportlichen Mittel nur selten Bundesliga-Niveau. Da kommt im Abstiegskampf die Chance am grünen Tisch gerade recht, der Einspruch gegen die Wertung der Partie ist bereits eingelegt. Es wäre zwei wichtige Punkte, ein Urteil pro Gladbach ist nicht unwahrscheinlich. Trotzdem ist das Verhalten der Borussen unkollegial und unsolidarisch, in einem Fall, der bei allen Vereinen für Unverständnis sorgt.

 

Doch in der Not frisst der Teufel bekanntlich Fliegen und anderes Getier. Die TSG mit Trainer Ralf Rangnick tut derweil das einzig Richtige: abwarten und nicht klein beigeben. Am Samstag gegen Stuttgart stand Zuspätkommer Ibertsberger erneut auf dem Platz. Das kann schiefgehen, ist aber ein eindeutiges Zeichen: Hoffenheim lässt sich von den Paragraphenreitern aus der Otto-Fleck-Schneise nicht einschüchtern.

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3 Kommentar(e)

  • Ernie

    Mi, den 25. Feb 2009 16:14

    Immerhin ist dein Horizont etwas weiter geöffnet als der des Herrn Völler, den ich zwar schätze, aber mit seinen Formulierungen noch weit mehr über die Stränge geschlagen hat. Dass man Einspruch erhoben hat, hat mit der Tabellenposition rein gar nichts zu tun. Und es ist auch nicht richtig zu sagen, dass Gladbach zwei Punkte dazu bekommen will.

  • Huge

    Di, den 24. Feb 2009 23:38

    Ich sage auch nicht, dass Gladbach Hoffenheim schaden will, sondern am grünen Tisch (teilweise) die eigene Haut retten will. Ein bisschen schäbig wirkt das schon, erst schlechten Fußball spielen und dann einen Formfehler nutzen.

    Andere hätten wohl genauso gehandelt, wir kennen ja das Geschäft. Aber andersrum wäre wohl auch Gladbach an Hoffenheims Stelle empört gewesen. Schließlich hatte die Dopingkontrolle keinen direkten Einfluss auf das Ergebnis.

  • ernie

    Di, den 24. Feb 2009 21:25

    Sicherlich wirkt das Verhalten von Gladbach unsolidarisch. Aber schau dir das z.B. einmal an: http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/artikel/504914/
    Und es ist ja wohl auch klar, dass der Herr Völler, wenn er diese Schriftstücke des DFB erhalten hätte, ebenfalls Einspruch erhoben hätte. Gladbach hat nicht gesagt, dass man Hoffenheim oder den Spielern schaden will - nein, das hat mit einem Einspruch gar nichts zu tun. Man wollte nur bei der unsicheren Rechtslage keinen Fehler machen, sich nichts vorwerfen lassen, schließlich mussten diese 48 Stunden an Frist eingehalten werden. Ich verstehe schon, dass Max Eberl sich jedenfalls nichts vorwerfen lassen will, und "sicherheitshalber" Einspruch erhebt. Es ist ja nicht so, dass es erst durch diesen Einspruch dazu kommt, dass man über eine Strafe für Verein und Spieler nachdenkt.


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