Das ist das Schöne an einer Großstadt: da zu leben, wo etwas
passiert. Den Fernseher anzumachen und "seine" Stadt zu sehen. Für
mich ist so etwas wichtig. So hätte ich zum Beispiel an meinem
ZWEITwohnsitz (offiziell
) nie die Chance gehabt, ein
Fußball-Länderspiel zu verfolgen. Hier schon, und davon zu
berichten, das ist der Auftrag dieses Eintrags ...
An diesem sonst so unwichtigen Datum trafen im Zentralstadion Deutschland und Liechtenstein zu einem WM-Quali-Spiel aufeinander. Da ich mich durchgerungen hatte, eine stolze Summe Geld für dieses Spiel auf den Tisch zu legen, sollte ich auch dabei sein. Das aber gestaltete sich gar nicht so einfach, doch davon später mehr. Das Spiel war ein schönes Erlebnis, die Stimmung war gut und am Ende ging die deutsche Mannschaft als 4:0-Sieger vom Platz.
Schon nach neun Minuten stand es 2:0 durch Tore von Ballack und Jansen und bereits in der 13. Minute ging die erste LaOla durch das Stadion. Große Anfeuerung kam aber nicht von den Rängen, die meisten klatschten zwar und machten die Wellen mit, aber Sprechchöre kamen so gut wie gar nicht. Ich saß etwa auf der verlängerten Grundlinie gegenüber der Anzeigetafel, neben mir ein Typ, der ständig mit mir reden wollte, aber mein Sächsisch ist zu schlecht ^^.
Die zweite Halbzeit eröffnete Deutschland erneut mit zwei Toren, diesmal von Podolski und Schweinsteiger. Bis auf diese beiden starken Phasen kam allerdings nicht viel von der deutschen Mannschaft. Es war wie erwartet kein qualitativ hochwertiges Spiel, aber ein paar Tore mehr hätten es schon sein dürfen. Gut gefallen hat mir Jansen, enttäuscht war ich wieder einmal von Gomez.
Doch nun lasset uns endlich polemisch werden. Manchmal fragt man sich, ob der DFB überhaupt Zuschauer dabei haben will. Die Karten sind furchtbar teuer und wenn man dann doch eine hat, kommt man nicht einmal rechtzeitig rein. So wie gestern: ich war eine Stunde vor Anpfiff am Tor vor meinem Sektor und wartete mit etwa 800-1000 Fans darauf, endlich reingelassen zu werden. Es war ein schreckliches Gedränge von allen Seiten, dennoch ging es kaum voran. Kein Wunder, bei nur zwei geöffneten Toren.
Wir warteten eine Stunde lang, hörten die Aufstellung und die Hymnen nur von draußen, die Stimmung wurde immer agressiver. Viele kamen auch mit der Enge nicht klar. Mit dem Abpfiff machte der Bundesgrenzschutz dann doch die Tore auf und wir kamen rein, ohne kontrolliert zu werden - immerhin konnten wir so das ganze Spiel sehen. Das Verhalten des DFB halte ich aber für eine Frechheit gegenüber dem zahlenden Publikum. Der Deutsche Fußball-Bund rühmt sich immer seiner Fanfreundlichkeit und seines sozialen Engagements, aber davon war gestern nichts zu spüren. Für mich sind 40 €, die ich für das Spiel bezahlt habe, verdammt noch mal viel Geld und dafür will ich nicht stundenlang in einer Menschentraube stehen.
Trotzdem war es am Ende doch ein schönes Erlebnis und hat Spaß
gemacht 
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