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Gelesen

Ein bisschen Pazifismus ...  (Gelesen) Verfasst: Montag, den 05. Januar 2009 12:28

Wenn ich die Bilder aus dem Gazastreifen im TV sehe, denke ich manchmal an dieses Gedicht, das ich mal hervorkrame.

 

Über einige Davongekommene

 

Als der Mensch
Unter den Trümmern
Seines
Bombardierten Hauses
Hervorgezogen wurde,
Schüttelte er sich
Und sagte:
Nie wieder.

Jedenfalls nicht gleich.

Günter Kunert

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Lesereise ...  (Gelesen) Verfasst: Samstag, den 29. November 2008 21:07

"Herr und Hund", Thomas Mann (1919)

"Herr und Hund. Ein Idyll" heißt diese Novelle komplett. Was wollen wir nun hierzu sagen? Schließen sich Hund und Idyll nicht aus? Auf jeden Fall ist dieses eines der Bücher, deren Sinn mir eigentlich schleierhaft blieb. Dennoch, ich kann es nur immer wiederholen: diese Sprache der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts - bei Th. Mann sowieso - ist unabhängig vom Inhalt einfach genial.


"Mario und der Zauberer", Thomas Mann (1930)

Ein Buch, dass insofern absolut passend für meine Situation war, als dass es kurz und trotzdem sehr eindrücklich ist. Eine wunderbar unheimliche Stimmung liegt über der Szene und das Ende ist top. Kann ich nur empfehlen für alle, die nicht viel freie Zeit haben und trotzdem etwas Schönes lesen wollen.


"Einführung in die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte", Rolf Walter
Erster Satz: Wirtschaftswissenschaftliche Sachverhalte müssen der Deutlichkeit und Verständlichkeit wegen oft im historischen Kontext betrachtet werden.

Letzter Satz: International ist die Wirtschaftsgeschichte in der International Economic History Association organisiert, die früher in vierjährigem, inzwischen in drei- oder vierjährigem Turnus Kongresse an jeweils wechselnden Orten abhält und ihre (n) Präsidentin(en) neu wählt.

Meine Güte, was für ein langweiliges Buch. Bin immer noch nicht fertig. Und dabei ist es doch "in allerhöchstem Maße prüfungsrelevant" (Dr. R.)

 

PS: Bei Th.Mann führt das mit den Sätzen sowieso zu nichts, da tippe ich bis Mitternacht.

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Huge klagt an: Der schreibende Negativ ...  (Gelesen) Verfasst: Mittwoch, den 02. Juli 2008 18:44

Mich persönlich plagt schon länger das Gefühl, in der Chefetage von Sport-Bild, Europas warum auchimmer erfolgreichster Sportzeitschrift, wehe ein frischer Wind. So frisch, dass er den hohen Herren allen Fußballverstand aus den Hirnwindungen geblasen hat.

 

Aber der Reihe nach. Es gab in den vergangenen Jahren kleinere Anzeichen dafür, dass es mit der deutschen Mecker-Kultur zu Ende gehen könnte, insbesondere nach der WM 2006. Doch hieß damals bei den Springer-Blättern noch jedes dritte Wort "schwarz-rot-geil", so wird nach der soeben verstrichenen EM 2008 plötzlich der Untergang des Abendlandes, mindestens aber des deutschen Fußballs heraufbeschworen.

 

Oder wie soll man sich das erklären, was der stellvertretende Sport-Bild-Chefredakteur Alexander Steudel, ein rechter Ausbund an Inkompetenz, auf der Website der Zeitschrift von sich gibt:

Ich muss endlich meine Depression bekämpfen. Ich muss die deutsche Blamage im EM-Finale abhaken und so tun, als habe dieses Ereignis nie stattgefunden.

Depression? Blamage? Ja, Deutschland hat nur vier Mal im Finale aufs Tor geschossen und auch sonst nicht gut gespielt. Aber Finale ist Finale und Zweiter ist besser als Dritter oder sonst was. Und Millionen Deutsche haben dieses Spiel und vor allem den Weg dorthin genossen. Eine Frage noch, Herr Steudel: Was haben Sie dann eigentlich bei den Turnieren 2000 und 2004, damals noch bei der Welt, zur deutschen Leistung geschrieben?

 

Weitere Weisheiten aus Steudels Feder finden sich in der heutigen Printausgabe:

(...) Die Zukunft gehört ganz bestimmt nicht der Löw´schen Mauertaktik (...) Wir wollen ganz bestimmt keine trägen Arne Friedrichs mehr sehen, diese fleischgewordenen Rückpässe.

Jogi Löw hat in zwei Jahren Bundestrainertätigkeit ganze vier Spiele verloren. Bisweilen begeisternden Offensivfußball geboten. Was also meint Steudel mit "Mauertaktik"? Zwei Jahre lang spielte Löw 4-4-2, stellte erst vor einer Woche auf 4-5-1 um. Das System übrigens, das eine ganze Reihe europäischer Spitzenteams spielt. Löw fuhr gut mit der Umstellung. Arne Friedrich, das nur nebenbei, ist in der Tat weder der spielfreudigste noch der auffälligste Außenverteidiger, hatte aber Cristiano Ronaldo (bester Spieler der Welt, auch das nur nebenbei) besser im Griff als jeder andere Verteidiger bei diesem Turnier. Was dazu führte, dass wir Ronaldos Urlaubsfotos nebst Freundin bei Steudels Artgenossen von der Bild bestaunen durften, während die deutschen Spieler in Österreich noch ihrem Job nachgingen.

 

Steudel und Konsorten kommen sich wohl ganz herausragend aufgeklärt vor, die letzten Erleuchteten, die sich nicht von public viewing und Schweinsteigers Siegerhut blenden lassen. Natürlich war es kein überragendes Turnier, aber doch ein erfolgreiches. 2006 wurden wir übrigens Dritter. 2008 sind wir Zweiter. Vielleicht kommt auch der Tag,  an dem sich auch Leute wie Alexander Steudel einfach darüber freuen können.

 

Ich bezweifle, dass ich diesen Tag als Sport-Bild-Abonnent erleben werde. Wie viel kostet ein kicker-Abo?

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Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren ...  (Gelesen) Verfasst: Montag, den 14. April 2008 18:12

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen
Wenn die so singen, oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt ins freie Leben
Und in die Welt wird zurückbegeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu echter Klarheit wieder gatten,
Und man in Märchen und Gedichten
Erkennt die wahren Weltgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.

Novalis 

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Ratespielchen ...  (Gelesen) Verfasst: Samstag, den 12. April 2008 14:25

Daß das Leben des Menschen nur ein Traum sei, ist manchem schon so vorgekommen, und auch mit mir zieht dieses Gefühl immer herum. Wenn ich die Einschränkung ansehe, in welcher die tätigen und forschenden Kräfte des Menschen eingesperrt sind; wenn ich sehe, wie alle Wirksamkeit dahinaus läuft, sich die Befriedigung von Bedürfnissen zu verschaffen, die wieder keinen Zweck haben, als unsere arme Existenz zu verlängern, und dann, daß alle Beruhigung über gewisse Punkte des Nachforschens nur eine träumende Regignation ist, da man sich die Wände, zwischen denen man gefangen sitzt, mit bunten Gestalten und lichten Aussichten bemalt – das alles macht mich stumm. Ich kehre in mich selbst zurück, und finde eine Welt! Wieder mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Und da schwimmt alles vor meinen Sinnen, und ich lächle dann so träumend weiter in die Welt.


Na, welches Buch lese ich wohl gerade wieder einmal?

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