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Mein alter Kumpel Fussball

Länderspiel mit Hindernissen ...  (Mein alter Kumpel Fussball) Verfasst: Sonntag, den 29. März 2009 13:55

Das ist das Schöne an einer Großstadt: da zu leben, wo etwas passiert. Den Fernseher anzumachen und "seine" Stadt zu sehen. Für mich ist so etwas wichtig. So hätte ich zum Beispiel an meinem ZWEITwohnsitz (offiziell {#} ) nie die Chance gehabt, ein Fußball-Länderspiel zu verfolgen. Hier schon, und davon zu berichten, das ist der Auftrag dieses Eintrags ...

 

An diesem sonst so unwichtigen Datum trafen im Zentralstadion Deutschland und Liechtenstein zu einem WM-Quali-Spiel aufeinander. Da ich mich durchgerungen hatte, eine stolze Summe Geld für dieses Spiel auf den Tisch zu legen, sollte ich auch dabei sein. Das aber gestaltete sich gar nicht so einfach, doch davon später mehr. Das Spiel war ein schönes Erlebnis, die Stimmung war gut und am Ende ging die deutsche Mannschaft als 4:0-Sieger vom Platz.

 

Schon nach neun Minuten stand es 2:0 durch Tore von Ballack und Jansen und bereits in der 13. Minute ging die erste LaOla durch das Stadion. Große Anfeuerung kam aber nicht von den Rängen, die meisten klatschten zwar und machten die Wellen mit, aber Sprechchöre kamen so gut wie gar nicht. Ich saß etwa auf der verlängerten Grundlinie gegenüber der Anzeigetafel, neben mir ein Typ, der ständig mit mir reden wollte, aber mein Sächsisch ist zu schlecht ^^.

 

Die zweite Halbzeit eröffnete Deutschland erneut mit zwei Toren, diesmal von Podolski und Schweinsteiger. Bis auf diese beiden starken Phasen kam allerdings nicht viel von der deutschen Mannschaft. Es war wie erwartet kein qualitativ hochwertiges Spiel, aber ein paar Tore mehr hätten es schon sein dürfen. Gut gefallen hat mir Jansen, enttäuscht war ich wieder einmal von Gomez.

 

Doch nun lasset uns endlich polemisch werden. Manchmal fragt man sich, ob der DFB überhaupt Zuschauer dabei haben will. Die Karten sind furchtbar teuer und wenn man dann doch eine hat, kommt man nicht einmal rechtzeitig rein. So wie gestern: ich war eine Stunde vor Anpfiff am Tor vor meinem Sektor und wartete mit etwa 800-1000 Fans darauf, endlich reingelassen zu werden. Es war ein schreckliches Gedränge von allen Seiten, dennoch ging es kaum voran. Kein Wunder, bei nur zwei geöffneten Toren.

 

Wir warteten eine Stunde lang, hörten die Aufstellung und die Hymnen nur von draußen, die Stimmung wurde immer agressiver. Viele kamen auch mit der Enge nicht klar. Mit dem Abpfiff machte der Bundesgrenzschutz dann doch die Tore auf und wir kamen rein, ohne kontrolliert zu werden - immerhin konnten wir so das ganze Spiel sehen. Das Verhalten des DFB halte ich aber für eine Frechheit gegenüber dem zahlenden Publikum. Der Deutsche Fußball-Bund rühmt sich immer seiner Fanfreundlichkeit und seines sozialen Engagements, aber davon war gestern nichts zu spüren. Für mich sind 40 €, die ich für das Spiel bezahlt habe, verdammt noch mal viel Geld und dafür will ich nicht stundenlang in einer Menschentraube stehen.

 

Trotzdem war es am Ende doch ein schönes Erlebnis und hat Spaß gemacht {#}

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Steinschlag in Karlsruhe ...  (Mein alter Kumpel Fussball) Verfasst: Sonntag, den 15. März 2009 14:37

Der Felsbrocken, der gestern Nachmittag einigen Hundert in Karlsruhe vom Herzen fiel, dürfte weithin im Badener Land spürbar gewesen sein. Endlich wieder ein Arminen-Sieg, 1:0 gegen den KSC! Es war wieder einmal ein jämmerliches Spiel, ohne Torchancen oder ähnliches. Dann aber erlöste der No-Name-Spieler Zlatko Janjic die Blauen. Das bedeutet: endlich wieder ein Sieg gegen einen Mitkonkurrenten, den anderen (v.a. Gladbach) ein wenig den Wind aus den Segeln genommen und auf Platz 14 vorgerückt.

Der Rest des Bundesliga-Samstags: Hertha marschiert weiter, Hoffenheim gewinnt nicht mehr, Wolfsburg bärenstark, Gladbach unerklärlich erfolgreich, acht Tore in Hannover. Alles superspannend, oben und unten!

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Jetzt hilft nur ein Neuanfang ...  (Mein alter Kumpel Fussball) Verfasst: Dienstag, den 10. März 2009 13:59

Theater spielen sie auf Schalke schon seit Monaten, Jahren. Vorläufiger Höhepunkt: die Entlassung von Manager Müller. Der ruhebringende Vorhang fällt deshalb aber noch lange nicht.

Es mutet an wie ein absurdes Stück, das da rund um die Veltins-Arena aufgeführt wird. Wie sonst sollte man es bezeichnen, wenn die Fans nach einem Sieg ihre Mannschaft gnadenlos auspfeifen? So geschehen auf Schalke nach dem 1:0 gegen den 1.FC Köln. Erlösungscharakter hatte dieser Dreier nicht, für Manager Andreas Müller schon gar nicht. Das Schalker Urgestein wurde gestern entlassen.

Eine Maßnahme, die längst überfälig. Nicht nur, weil die Fans ein Brandopfer forderten, sondern auch, weil Müller seit einiger Zeit schlichtweg mangelhafte Arbeit leistete. Die Schalker Transferpolitik ist nicht erst seit dieser Saison ein Friedhof für Millionen von Euronen und große Hoffnungen. Streit, Großmüller, Zé Roberto, Farfan, Engelaar - die Liste der teuren Fehleinkäufe ist lang. Zu verantworten hat das in erster Linie Müller, der seit 2005 in der Geschäftsstelle Regie führt, aber auch schon vorher als Assistent von Rudi Assauer arbeitete.

Musterbeispiel für einen verfehlten Schalke-Transfer ist Orlando Engelaar. Für sechs Millionen kam der Niederländer Anfang der Saison von Twente Enschede, Vorschusslorbeeren inklusive. Da hatte anscheinend noch niemand gemerkt, dass Engelaar seinen linken Fuß nur zum Stehen benutzt und weitere eklatante technische Defizite besitzt. Umso erstaunlicher ist das, weil Trainer Fred Rutten Engelaar jahrelang selbst trainierte.

Sportlich scheint Rutten die Kurve in den vergangenen Wochen einigermaßen gekriegt zu haben. Weil Schalke wieder an den internationalen Plätzen schnuppert, darf der Niederländer vorerst bleiben. Im Gegensatz zu Müller, der sich zu allem Überfluss auch noch in TV-Interviews um Kopf und Kragen geredet hatte. Das Schicksal der beiden ist also keineswegs untrennbar verknüpft. Im Umfeld aber brodelt es weiterhin.

Die wenigen Spieler, die sportlich öfters zu überzeugen wissen, machen diesen Wert durch Eskapaden gleich wieder zunichte. Kevin Kuranyi trifft zwar ab und zu das Tor, ist bei den Fans aber ein rotes Tuch. Rafinha gilt einigen als einer der besten Rechtsverteidiger der Welt, bleibt aber mehr als Olympia-Ausreißer, Meckerer und Partygänger in Erinnerung. Manuel Neuer ist weit von der Form entfernt, die ihm den Ruf als großes Torwarttalent brachte. Überhaupt fehlt Schalke seit einigen Jahren die personelle Qualität für ganz oben. Vor allem im offensiven Kreativbereich, wo nach Lincolns Abgang ein Loch entstand, das nie gestopft werden konnte.

Wie geht es weiter auf Schalke? Gute Frage, nächste Frage. Denn die Querelen sind kein Gebot der Stunde, sondern schon seit Jahren an der Tagesordnung, spätestens seit dem Ende der Stevens-Ära. Nach der Müller-Demission muss nun zunächst ein Nachfolger her. Als Kandidaten kursieren die Namen Rudi Assauer und Olaf Thon, wobei letzterem von Seiten mehrerer Medien kaum Chancen eingeräumt werden. Ohnehin scheint fraglich, ob ein Mann, der in einem Netz von Abhängigkeiten und Beeinflussungen von Vorstand und Aufsichtsrat steckt, der richtige in dieser Situation ist. Assauer wäre es schon aus Gründen der Selbstweihräucherung zuzutrauen, dass er den Job noch einmal macht.

Die beste Lösung wäre wahrscheinlich ein konsequenter Neuanfang. Ohne die Herren Schnusenberg und Tönnies aus dem Aufsichtsrat, die vielleicht Ahnung von Zahlen, aber definitiv nicht von Fußball haben. Ohne Spieler wie Kuranyi und - bei aller sportlicher Qualität - auch Rafinha. Vielleicht auch ohne Fred Rutten, dafür mit einem kompetenten Manager, der nicht aus dem aktuellen blau-weißen Dunstkreis stammt. Zudem muss das Verhältnis zu den Fans endlich bereinigt werden. Oder sollte sich der Verein - frei nach Brecht - neue Fans wählen? Um integere Spieler wie Jones und Neuer ließe sich ein neues Team aufbauen. Schalke würde vielleicht ein paar Jahre im Mittelfeld rangieren, doch einfach war ein Neuanfang noch nie.

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Bielefeld sagt Bonjour Tristesse ...  (Mein alter Kumpel Fussball) Verfasst: Montag, den 09. März 2009 14:43

Noch steht Arminia Bielefeld auf Platz 15 der Bundesliga-Tabelle. Angesichts der aktuellen Leistungen muss man sich fragen, wie lange noch. Die Anzahl der Gründe dafür ist Legion. Überlegungen eines involvierten Dilettanten nach dem 0:0 gegen Frankfurt.

Manchmal spricht das Schicksal fließend ironisch, und wenn es nur Details sind. "Es könnt alles so einfach sein, ist es aber nicht", sangen Fanta Vier am Samstag direkt nach dem 0:0 gegen Eintracht Frankfurt über die Lautsprecher auf der Alm. Den etwas enttäuscht abwandernden Arminia-Fans dürfte das in dem Moment bekannt vorgekommen sein. Denn keine Spiele gewinnt der DSC im Moment so schwer wie die vermeintlich einfachen.

Dabei wäre mit einem Sieg über die Eintracht ein Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt gemacht worden. 23 Punkte hätten das schwarz-weiß-blaue Konto geziert, gleichauf mit dem Gegner. Aber wie sagte schon Hermann Gerland, als er noch bei der Arminia sein hartes Regiment führte: "Hätte, wenn und aber - alles nur Gelaber." So sind es lediglich 21, der Vorsprung auf die Abstiegsplätze ist hauchdünn. Die Gründe für die brenzlige Situation sind mannigfaltig.

Von den vergangenen sieben Spielen hat Arminia Bielefeld nur eines verloren. Was einem Klub dieser Größenordnung schnell zur Ehre gereichen könnte, relativiert sich schnell beim näheren Hinsehen. In der gesamten Saison kommt Bielefeld auf kümmerliche drei Siege - die wenigsten der Bundesliga. Daneben stehen 12 Unentschieden zu Buche. Das altbekannte Problem: gegen Teams wie Werder Bremen, die schnell und kultiviert nach vorne spielen, wird gerne mal ein Sieg eingefahren. Komplizierter wird es bei Duellen mit direkten Konkurrenten.

Exemlarisch lässt sich das am Fallbeispiel der Frankfurt-Partie zeigen. Sobald ein Team ähnlich dicht gestaffelt steht wie Bielefeld selbst und die Räume eng macht, kommt das Spiel zum Erliegen. Es entstehen Begegnungen auf Einschlafniveau wie am Sonntag, in denen sich beide Mannschaften neutralisieren und der Ball den Strafraum nur vom Aufwärmtraining kennt. Furchtbar, wenn ein herausgeholter Einwurf als Erfolgserlebnis gelten muss. Selbst die Initiative zu ergreifen und das Spiel zu gestalten, das liegt der Arminia nun wirklich nicht. Vielleicht auch, weil sie niemanden hat, der es könnte. Viel lieber steht Bielefeld tief in der eigenen Hälfte, um bei gegnerischen Fehlern schnell zuzuschlafen. Diese Kontertaktik geht von Zeit zu Zeit bei offensiven Teams auf, nützt aber wie gesagt bei den meisten Gegnern, die selbst eher defensiv eingestellt sind, wenig.

Wenn es in dieser Saison einen Unterschied zu Gunsten der Blauen gab, so machte diesen meist Artur Wichniarek. Der polnische Torjäger spielt eine vorzügliche Saison. Wenn er traf, hat Bielefeld in dieser Spielzeit noch nicht verloren. Doch fehlt "König Artur", heißt es bald Bonjour Tristesse, zu bestaunen ebenfalls am Sonntag gegen Frankfurt. Interessante und talentierte Spielertypen gibt es in der Bielefelder Elf zwar durchaus, doch niemand hat das Zeug, ein Spiel zu entscheiden. Katongo mag einigen Wirbel machen, ist aber etwa so torgefährlich wie Markus Schuler. Das Fehlen von Mijatovic und Kamper konnte ebenfalls nicht kompensiert werden. Arminia Bielefeld kann keine Bank haben wie Bayern München, ein paar mehr Alternativen dürften es aber schon sein.

Wer die ganze spielerische Armut der zweiten Bielefelder Garde sehen möchte, der fasse Mut und sehe sich Berat Sadik an. Am Sonntag kam der Finne nach 27 Minuten aus der Not (sprich Kampers Verletzung), versuchte sich als Sturmspitze, scheiterte jedoch kläglich. Er war sicherlich nicht der einzige, dem nichts einfiel, doch wenn Sadik an den Ball kam, sprang dieser entweder ins Aus oder zum Gegner. Seine Motive waren natürlich edel und rein, allein: er konnte nicht. Gerade im Sturm, wo die Abhängigkeit von einem Spieler so offenkundig ist, wäre es angebracht, einen zweiten Spieler zu holen, der regelmäßig trifft.

Bis dato steht der DSC noch über dem verhängnisvollen Strich. Doch wer am Samstag das 4:1 der Gladbacher mit einem überragenden Marko Marin gegen den HSV gesehen hat und sich am Tage danach die Bielefelder Magerkost zu Gemüte führte, der weiß, wie hart die letzten Monate der Saison werden können. Siege müssen her, Unentschieden reichen nicht mehr, die klassischen Sechs-Punkte-Spiele müssen gewonnen werden. Die Chancen, ein ruhiges Jahr im Mittelfeld zu verbringen, waren dabei so groß wie lange nicht mehr, denn noch nie punkteten die Kellerkinder so spärlich wie in dieser Saison. Leider schloss sich unsere Arminia nahtlos an.

Doch bei allem, was momentan nicht rund läuft, dürfen Fans und Vorstand eines nicht aus dem Blick verlieren. Arminia Bielefeld kann nicht in der oberen Tabellenhälfte mitspielen. Vorerst bleibt das Herzinfarkt-Risiko bei jedem Saisonfinale konstant, d.h. Abstiegskampf bis zur letzten Sekunde. Bisher lief am Ende immer alles glatt, aus dem einstigen Fahrstuhlklub ist still und leise ein etabliertes Stück Bundesliga geworden. Auch deshalb ist eine Trainerdiskussion (die es nicht gibt) absolut fehl am Platz. Bei den Spielern muss man zwar die eine oder andere Personalie überdenken und nachbessern, doch die Mannschaft scheint nach wie vor intakt und kampfbereit.

In den vergangenen Jahren lief es doch so: kaum spielte einer im Bielefelder Trikot zehn Monate überdurchschnittlich gut, wechselte er im Sommer nach Dortmund, Wolfsburg oder gar Köln. Wegen angeblich besserer Perspektiven. Mittlerweile scheint sich dieser Trend grundlegend gewandelt zu haben. Artur Wichniarek, nach seinem Hertha-Intermezzo ohnehin gebranntes Kind, verlängerte anstandslos seinen Vertrag trotz Angeboten. Und auch Shootingstar und Publikumsliebling Dennis Eilhoff bleibt der Alm erhalten - und die Alm ihm, was im Fall Eilhoff wohl auch eine wichtige Rolle gespielt hat.

Zweifellos liegen schwere Monate vor Michael Frontzeck und seinen Schützlingen. Doch die Vergangenheit hat gezeigt: Arminia Bielefeld ist erstligatauglich. Und wer sich noch an das furchtbare 0:2 gegen Duisburg an dem Tag, als ich Luft wurde, erinnert, der weiß, dass Wunder nach einem solchen Tiefpunkt umso wunderbarer sind. Also, we have to fight weiter!

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Die Rückkehr der Alm-Chiller ...  (Mein alter Kumpel Fussball) Verfasst: Sonntag, den 08. März 2009 22:20

Blog von ichbins :Wie auch immer ..., Die Rückkehr der Alm-Chiller ...

Nach langer, langer Zeit (etwa sechs Monaten) stattete ich am Sonntag gemeinsam mit meinen Alm-Chillern endlich wieder der Arminia einen Besuch ab. Der Gegner hieß diesmal Eintracht Frankfurt - ein elementar wichtiges Spiel im Abstiegskampf. Aber leider war es wie so oft: ein schönes Erlebnis, aber ein schlechtes Spiel und ein ungenügendes Ergebnis.

 

Die Geschichte beginnt wie immer am Bahnhof in Detmold, von wo aus uns die DB noch relativ problemlos nach Bielefeld transportierte. Wir, das waren diesmal neben dem Chronisten Tommy, Alex, Enrico und Daniel. Eingepackt in Trikots und Schals machten wir uns also auf den Weg in das Stadion, das bitte nicht Schüco-Arena genannt werden möge. Ein paar Kontrollen später stellte sich endlich wieder das Gefühl ein, angekommen zu sein, auf unserem altbewährten Stammplatz in Block 3.

 

Das Spiel selbst vermochte weder Aufwand noch Eintrittsgeld zu rechtfertigen. Selten habe ich die Arminia so schwach gesehen und auch Eintracht Frankfurt passte sich diesem Niveau problemlos an. Vor allem in der ersten Halbzeit war kaum eine nennenswerte Aktion zu sehen, außer einem Distanzschuss von Halfar. Wir wollen nicht wieder die alte Floskel vom "Not gegen Elend" in Verwendung ziehen und doch lässt es sich kaum vermeiden. An allen Ecken fehlten die verletzten Wichniarek und Mijatovic sowie Kamper, der nach 27 Minuten runter musste.

 

Die leichte Überlegenheit der Frankfurter verflog immerhin im zweiten Durchgang, als das Spiel etwas besser wurde. Wirkliche Torchancen gab es dennoch kaum, beide Mannschaften spielten eher vorsichtig. So endete die Partie mit einem 0:0, das (noch so eine Floskel) niemandem wirklich hilft. Ein anderes Ergebnis hatte dieses Spiel aber auch kaum verdient. Nur die Scheinwerfer an den Flutlichtmasten leuchteten ungerührt, sie wussten nicht, was sie taten.

 

Die Enttäuschung, erneut nicht gegen einen Mitkonkurrenten gewonnen zu haben, ließ sich nicht verhehlen. Immerhin war die Stimmung im Block akzeptabel. Umso bedauerlicher, dass sechs Stunden ununterbrochenes Stehen (Restbörse-Verhältnisse, inklusive anschließender Zugfahrt im überfüllten Gang) unbelohnt blieben. Und das, obwohl wir doch ausdauernd riefen "Auf geht´s. Arminia, schieß ein Tor" und alle sangen laut im Chor: Arminia, schieß für uns ein Tor.

 

Jedoch, wie es Alex so treffend in der ersten kurzen Bestandsaufnahme nach dem Spiel ausdrückte: "Ohne Tore gewinnt man nicht." Fürwahr, es war der Tag der enttäuschten Phrasen. So endete der Spieltag gegen 21.30 Uhr, dort wo er begonnen hatte: Bahnhof Detmold.

 

Nun, da ich wieder Gelegenheit hatte, das Elend aus der Nähe zu betrachten, werde ich mich wohl morgen eines ausführlicheren Analyseversuchs erdreisten.

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