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BUCH-staben-Anarchie

Weisheit des Tages ...  (BUCH-staben-Anarchie) Verfasst: Mittwoch, den 23. April 2008 15:56

Schreiben ist nicht Kommunizieren mit Lesern, auch nicht Kommunizieren mit sich selbst, sondern Kommunizieren mit dem Unaussprechlichen. (...) Wir haben die Sprache, um stumm zu werden. (...) Wer schweigt, hat nicht einmal eine Ahnung, wer er nicht ist.

 

aus: Stiller von Max Frisch

Mehr zu dem Buch, wenn ich damit fertig bin.

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Mal wieder was gelesen ...  (BUCH-staben-Anarchie) Verfasst: Donnerstag, den 17. April 2008 23:29

"Die Leiden des jungen Werther", J.W. Goethe (1774)

Erster Satz: Wie froh bin ich, dass ich weg bin.

Letzter Satz: Kein Geistlicher begleitete ihn.

Seiten: 129

 

Kennt ihr das, wenn man bei einer Romanfigur plötzlich das Gefühl hat, diese Person zu kennen? Mich überkam dieses Gefühl beim dritten Lesen des "Werther" (bisher höchstens bei Holden Caulfield und Simon Peters).  Werther ist einer der grandiosesten Charaktere der Literatur, die ich kenne, auch wenn man nicht immer so gehandelt hätte wie er. Dieses Buch ist einfach jedes Mal neu ein Genuss. Und lernen kann man auch etwas, über Raum, Zeit und das eine Wort.

Aber warum schießt sich Werther in den Kopf ("über dem rechten Auge") und stirbt erst 12 Stunden später? Was hatten die denn damals für Pistolen??

 

"Entfernung von der Truppe", Heinrich Böll (1964)

Erster Satz: Bevor ich zum eigentlichen Thema dieses Erzählwerks (Werk hier im Sinne von Uhrwerk zu verstehen) komme, zur Familie Bechtold, in die ich am 22. September 1938, nachmittags gegen fünf Uhr im Alter von 21 Jahren eintrat, möchte ich zu meiner Person einige Erklärungen abgeben, von ich hoffe, dass sie missverstanden werden und Misstrauen wecken.

Letzter Satz: Der Erzähler verbirgt etwas. Was?

Seiten: 141

 

Ein überaus seltsames kleines Büchlein. Es gibt kaum Handlung, nichts passiert, und alles, was die Hauptperson erlebt, geschieht hinter einem dicken Schleier und ist derart undeutlich, dass es kaum auffällt. Sehr viel interessanter schon die Form. Der Erzähler bricht immer wieder mit seiner "Erzählillusion", z.B. weist er den Leser auf Wechsel der Erzählebenen explizit hin. Die Charaktere sind Malbücher, die der Leser nach seiner eigenen Fantasie gestalten kann. Kein großartiges Buch.

 

"Die letzten Tage der Menschheit", Karl Kraus (1922)

Erster Satz: Die unwahrscheinlichsten Taten, die hier gemeldet werden, sind wirklich geschehen; ich habe gemalt, was sie nur taten.

Letzter Satz: Ungesund ist hier die Luft.

 

Ein Theaterstück über den ersten Weltkrieg. Ich hatte ein gehobeneres "Im Westen nichts Neues erwartet", was herauskam, war ein schwer verständliches Stück, fast ausschließlich aus Montagen bestehend, nur wenige Figuren treten öfter auf, über die Sinnlosigkeit des Kreiges. Ich glaube, das Vorwort ist das Interessanteste daran.

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