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Dichtung und Wahrheit

Ein Jüngling liebt ein Mädchen ...  (Dichtung und Wahrheit) Verfasst: Montag, den 23. März 2009 20:20

Ein Jüngling liebt ein Mädchen,
Die hat einen andern erwählt;
Der andre liebt eine andre,
Und hat sich mit dieser vermählt.

Das Mädchen heiratet aus Ärger
Den ersten besten Mann,
Der ihr in den Weg gelaufen;
Der Jüngling ist übel dran.

Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu;
Und wem sie just passieret,
Dem bricht das Herz entzwei.

 

Heinrich Heine

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Mehr sein ...  (Dichtung und Wahrheit) Verfasst: Donnerstag, den 19. März 2009 15:47

Wir wollen mehr sein
nicht nur
ein Tropfen im Ozean
ein Buchstabe im Alphabet
eine Ziffer von unendlich
die Summe der Moleküle
das Produkt der Anderen.

Wir wollen mehr sein
zum Beispiel
der Fehler im System
der weiße Punkt in der Schwärze
ein Schrei in der Stille
ein Bad Guy unter den Cops
eine Wasserpistole im Waffenarsenal.

Wir wollen ein bisschen
nur immer mehr ein bisschen
mehr sein.

 

Huge

 

Habe ich mal vor einem halben Jahr oder so geschrieben. Wie gefällt´s euch?

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An Detmold ...  (Dichtung und Wahrheit) Verfasst: Dienstag, den 03. März 2009 22:47

Wie ich so durch die Stadt ging, die immer noch ein bisschen Heimat ist, durch den verstümmelten Wald, der einst mein Schulweg war, vorbei an den verlebten Gesichtern und eingerosteten Stimmen, an all den Orten, an denen nie etwas passiert, in der komischen Passage, durch die niemand mehr flaniert, neben den Trümmerhaufen, die mehr nach Ende als nach Aufbruch aussehen, überall wo ich nie war und niemand mich gesehen hat -

da war der assoziative Weg zu diesem Gedicht von Robert Gernhardt nicht weit.

 

Dich will ich loben, Häßliches,
Du hast so was verläßliches.

Das Schöne schwindet, scheidet, flieht,
fast tut es weh, wenn man es sieht.

Wer Schönes anschaut spürt die Zeit,
und Zeit sagt stets: Gleich ist's so weit.

Die Schönheit gibt uns Grund zur Trauer,
die Häßlichkeit erfreut durch Dauer.

 

Robert Gernhardt

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Hollywood ...  (Dichtung und Wahrheit) Verfasst: Freitag, den 27. Februar 2009 23:03

Jeden Morgen, mein Brot zu verdienen,
Fahre ich zum Markt, wo Lügen gekauft werden.
Hoffnungsvoll
Reihe ich mich ein unter die Verkäufer.

 

Bertolt Brecht

 

Bin gerade wieder begeistert und beeindruckt vom B.B. und außerdem passen die Zeilen zu heute Abend.

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Lyrik entspannt ...  (Dichtung und Wahrheit) Verfasst: Montag, den 02. Februar 2009 16:42

Während ich noch die letzten Sachen über die Stufentypologie einer Faktorei und den Asienhandel im 18. Jahrhundert in den Kopf zu hämmern versuche, zur Entspannung zwei nette Gedichte von Arnfrid Astel:

 

Hölderlin

Ich habe Leute

über Hölderlin

reden hören, die

mit ihm nicht

geredet hätten.

Mit denen will

ich nicht reden.

 

Kunstvorbehalt

 

Was ist ein Bankraub

gegen das Betreiben einer Bank?

Diesen Satz dürfte ich nicht aussprechen

(nicht weil er falsch wäre,

sondern weil er strafbar wäre)

wenn er nicht von Brecht wäre.

 

Wenn ihr auch noch lernen und euch prüfen lassen müsst, dann viel Glück. Ich werd gleich mal spazieren gehen, abends ein bisschen Fußball gucken und nebenbei ein paar Sachen nochmal angucken und dann früh schlafen gehen Please pray for tomorrow, 9 Uhr

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