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Dichtung und Wahrheit

Promenade bei Nacht ...  (Dichtung und Wahrheit) Verfasst: Donnerstag, den 29. Mai 2008 12:27

Als ich gestern um 1 oder 2 noch einen längeren Spaziergang durch die dunklen Wälder machte, musste ich an dieses Gedicht denken.

 

Promenade bei Nacht

 

Frische Nachtluft in der Lunge

klares Dunkel auf dem Weg

leises Rufen in der Stille

von weit weg im Irgendwo.

 

Die Gedanken, wirr und deutlich,

suchen einen schwachen Halt

und dank Leere in den Herzen

wird es plötzlich seltsam kalt.

 

Doch wenn sich die Lichter dämmen

und die Ruhe Frieden preist

weit schon nach der Mitternacht,

 

kommt das Hoffen auf den Morgen

früher noch

als ich gedacht.

 

Wim Manke

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Vater, mein Vater ...  (Dichtung und Wahrheit) Verfasst: Donnerstag, den 15. Mai 2008 13:10

Vater, mein Vater!
Ja, mein Sohn, was ist?
Vater, mein Vater!
Wie werde ich Rassist?
Nun - ein Rassist hält nichts von anderen Rassen.
Du müßtest, beispielsweise, Neger hassen.
Den Neger? Nein, den haß' ich nicht, den dummen schwarzen Mohr. Ich haß' doch keinen Stinkemann, wie komm' ich mir da vor?
Nun gut, dann muß es eben anders gehen. Wie ist's - willst du vielleicht Chinesen schmähen?

Den Chinamann? den schmäh' ich nicht!
Dies Schlitzaug gelb und feig
ist nicht mal wert, daß ich ihm keck
den blanken Hintern zeig'!
Das lehnst du ab? Dann mußt du danach trachten,
zumindest den Indianer zu verachten.
Die Rothaut? Die veracht' ich nicht,
die ist kein Mensch wie wir,
die steckt sich Federn an den Kopf,
treibt's schlimmer als ein Tier.
Na schön. Doch wie hältst du es mit dem Weißen?
Willst du auf ihn und seinesgleichen scheißen?
Den Weißen? Auf den scheiß' ich nicht,
er ist das Licht der Welt,
das die Kultur des Erdenballs
mit warmem Strahl erhellt!
Mein Sohn, ach mein Sohn!
Mein Vater, was ist?
Mein Sohn, ach mein Sohn,
du wirst nie ein Rassist!
Mein Vater, mein Vater,
warum werd' ich keiner?
Ach Heiner, meiner Kleiner,
du bist ja schon einer!
Ehrlich? Wie herrlich!
Robert Gernhardt
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Ein Fräulein stand am Meere ...  (Dichtung und Wahrheit) Verfasst: Freitag, den 09. Mai 2008 20:34

Das Fräulein stand am Meere
und seufzte lang und bang.
Es rührte sie so sehre
der Sonnenuntergang.

 

Mein Fräulein! Sein sie munter,
das ist ein altes Stück;
hier vorne geht sie unter
und kehrt von hinten zurück.

 

Heinrich Heine

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Der Panther (R.M.Rilke) ...  (Dichtung und Wahrheit) Verfasst: Mittwoch, den 23. April 2008 16:19

Mein absolutes Lieblingsgedicht, das größte der Menschheitsgeschichte, musikalisch unterlegt und von Otto Sander vorgelesen. Im Rahmen des Rilke-Projekts haben das einige prominente Sänger und Schauspieler getan. Sehr gelungen fand ich die Umsetzung von "Die Dinge singen hör ich so gern", auch ein tolles Gedicht, mit Xavier Naidoo.

 

Text gibt´s hier!

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Ecce homo ...  (Dichtung und Wahrheit) Verfasst: Montag, den 21. April 2008 15:03

Ja, ich weiß, woher ich stamme!
Ungesättigt gleich der Flamme
Glühe und verzehr ich mich.
Licht wird alles, was ich fasse,
Kohle alles, was ich lasse:
Flamme bin ich sicherlich!

 

Friedrich Nietzsche

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