Der Amoklauf von Winnenden ist ein
schockierendes, tragisches, wichtiges Ereignis. Deshalb muss er
thematisiert werden. Dennoch ist es erstaunlich, wieviele Worte
darüber gemacht werden ohne etwas zu sagen. Die Frage nach dem
Warum lässt sich nicht beantworten und die Frage nach dem "Und
jetzt?" erscheint ähnlich kompliziert. Killerspiele verbieten,
Schießsport verbieten, Kontrollen an Schulen, Waffenbesitz
verbieten - bringt das wirklich etwas?
Noch was: bei den unzähligen Zeitungsartikeln und Diskussionsrunden
kommen ständig Pädagogen, Politiker, Psychologen und natürlich
Christian Pfeiffer zu Wort. Warum interessiert niemanden die
Meinung derer, die nicht die Tat, aber einige mutmaßliche
Beweggründe teilweise verstehen können - die Jugendlichen?
In den Nachrichten
Das Unfassbare wird nicht fassbarer ... (In den Nachrichten) Verfasst: Donnerstag, den 19. März 2009 13:27
Hoeneß und der Kaiserschmarrn ... (In den Nachrichten) Verfasst: Mittwoch, den 18. März 2009 11:57
Für Fußballfans klingt
die GEZ-Offensive von Uli Hoeneß verlockend. Für den Rest ist sie
eine unverschämte Bevormundung.
Normalerweise lässt beim FC Bayern Franz Beckenbauer gern mal seine
Worte die Gedankengänge überholen. Zum Beispiel, als er androhte,
die Bayern würden nach Italien umziehen, sollten die Anfeindungen
in der Bundesliga nicht aufhören. Der Kaiser tritt mittlerweile
kürzer, sein Nachfolger steht aber bereits in den Startlöchern.
Noch-Manager Uli Hoeneß verzapft mittlerweile den Unsinn (auf
bayerisch: Schmarrn), der bislang Beckenbauer vorbehalten
blieb.
Zwei Euro solle jeder Deutsche mehr an monatlichen GEZ-Gebühren
zahlen, so Hoeneß´ neuester Gedankenblitz, "zwei Euro für den
Fußball". Dieser kleine Bonus würde die Bundesliga finanziell in
die Milliardensphären der Premier League und Primera Division
hieven. Davon erhofft sich der Bayern-Manager nicht nur mehr Erfolg
und mehr Superstars, sondern auch mehr Service für die Fans: alle
Partien live bei ARD und ZDF sollen das Lockmittel sein.
Für den fußballverrückten Studenten, der nachts von Premiere
träumt, klingt das alles sehr verlockend. Es wäre quasi das
Fußball-Paradies in Deutschland: C.Ronaldo, Gerrard, Robben in der
Bundesliga, ein deutscher Klub gewinnt mal wieder die Champions
League, und jeder Samstag wird noch ein bisschen mehr zum Feiertag
- wahrlich, da hätte der Fußballgott Deutschland geküsst. Doch
versucht der intelligente Mensch die Triebe des Fußballfans beseite
zu lassen, so werfen sich bald Schatten auf das leuchtende
Ideal.
Zwei Drittel der 37 Millionen Fernsehhaushalte seien
fußballinteressiert, rechnete Hoeneß der Wirtschaftswoche vor. Das
andere Drittel wird überstimmt und darf stumpf und stumm zahlen.
Quoten wie die Bundesliga garantiere nur Wetten, dass ...; und
schließlich wolle auch nicht jeder Volksmusik sehen. Doch wäre
sicher nicht jeder dieser "fußballinteressierten Haushalte" bereit,
für Livefußball monatlich zwei Euro mehr zu berappen. Den meisten
reichen Sportschau und gelegentliche Länderspiel- und
Europapokalübertragungen. Diejenigen, die jedes Spiel sehen wollen,
jedes Tor, sind klar in der Minderheit - Freaks eben.
So ist diese Finanzierungsidee mit dem ohnehin nicht mehr
zeitgemäßen GEZ-Zwangssystem keine ernsthafte Diskussion wert. Mit
solchen Theorien manövriert sich Hoeneß ins Abseits und den Fußball
in ein zweifelhaftes Licht. Es erinnert ein wenig an die
unverschämten Methoden der Managergilde um Klaus Zumwinkel und
diesen HRE-Typen: egoistische Bereicherung (in diesem Fall immerhin
nicht seiner selbst, sondern seiner Branche) auf Kosten der
Gesellschaft. Als Teil dieser wollen wir fair Fußball sehen, auch
wenn es so schön sein könnte ...
Opel retten. Wen noch? ... (In den Nachrichten) Verfasst: Freitag, den 13. März 2009 13:28
Wer sich nicht mehr am
eigenen Schopf aus der Wirtschaftskrise ziehen kann, der greift
neuerdings nach der öffentlichen Hand. Der Staat landet dadurch in
einem erstklassigen Dilemma.
Als Angela Merkel vor kurzem sagte, es werde keine Scheinhilfen für
Opel wie damals 2002 bei Schröder für Holtzmann geben, da war das
eine gute und schlechte Nachricht zugleich. Gut, weil der Kampf um
den Fortbestand der Automarke nicht nur populistische
Wahlkampfanstrengung ist. Schlecht, weil der Staat (und damit auch
der Steuerzahler) richtig tief in die Tasche greifen muss.
Ich stehe der Sache eher kritisch gegenüber. Möglicherweise habe
ich keine Ahnung (von Wirtschaft sowieso nicht), aber woher die
ganzen Hilfs- und Konjunkturpaket-Gelder kommen sollen, ist mir
noch nicht klar. Schnell bekommt man bei den hilferufenden
Unternehmen den Eindruck, dass der Staat die eigenen Fehler
ausbügeln soll. Die unternehmerischen Krisenkonzepte wirken da
höchstens halbherzig.
Aus der Nummer kommt die Große Koalition allerdings nicht so
einfach raus. Nachdem Steinmeier bereits die Demo der Opelaner
besuchte, gibt es für die SPD kaum noch ein Zurück. Und natürlich
kommt gerade den Sozialdemokraten, bei denen Wähler und
Erfolgsmeldungen rar geworden sind, diese Möglichkeit gerade recht,
als alte Arbeiterpartei Eindruck zu schinden.
Die CDU dagegen schwankt noch zwischen Marktfreiheit und
Staatshilfe, fährt aber meiner Meinung nach einen vertretbaren
Kurs. Hilfen gibt es nur mit einem akzeptablen Konzept von Seiten
Opels, denn zu verschenken haben Steinbrück und Guttenberg wirklich
nichts. Probleme gibt´s nun innerhalb der Partei: der konservative
Flügel fordert eine Rückbesinnung auf ein klares Profil, Angela
Merkel geriet schärfer in die Kritik.
Das Dilemma der Regierung: ein Millionenpaket für Opel käme einem
Dammbruch gleich. Denn wer Opel rettet, sollte der nicht auch
diversen anderen Unternehmen unter die Arme greifen? Die Reihe der
Bittsteller wäre wohl lang. Zumindest eines sollte die
Bundesregierung sich im Fall einer Opel-Rettung aber nicht nehmen
lassen: ein deutliches Mitspracherecht. Denn sobald Opel und Co.
wieder florieren, werden Vater Staats Wohltaten nur noch eine
unwillkommene Erinnerung sein.
Und plötzlich bist du tot ... (In den Nachrichten) Verfasst: Donnerstag, den 12. März 2009 14:34
Das ist jetzt mehr stream of conscience als Intention. Jedenfalls traf mich in den vergangenen Tagen mit unerwarteter Wucht die Erkenntnis, dass das Leben jeden Moment zu Ende sein kann.
Ich bn 13 Jahre lang in der Schule ein und aus gegangen und habe nie daran gedacht, einen der vielen Klassenräume mit den Füßen voraus verlassen zu müssen. Wahrscheinlich ist niemand auf so etwas vorbereitet. Auch die zwei Passanten nicht, die gestern erschossen wurden. Zur falschen Zeit am falschen Ort. Stellt euch vor, euer Haus stürzt in genau diesem Moment, da ihr meinen Eintrag lest, über euch zusammen.
Der wohltemperierte Christ in mir sagt natürlich gleich etwas von Himmel und so, aber will ich wirklich sterben? So sterben, von einem Augenblick auf den anderen, vielleicht ohne es bewusst zu merken?
Kann man auf so etwas vorbereitet sein? Ist es sinvoll, ständig daran zu denken? Kann man das dadurch entstehende Spannungsfeld überhaupt aushalten? Antworten habe ich in solchen Momenten nicht, nur Fragen, die ich hier mal kurz aufschreiben wollte.
Der Eintrag aus der Höhle ... (In den Nachrichten) Verfasst: Mittwoch, den 04. Februar 2009 17:20
Dieser Eintrag ist wie ein Mensch, der in einer Höhle lebt. Ein Kaspar Hauser des Internets quasi. Er lebte, doch niemand sah und als man ihn dann sah, da - lassen wir das. Dieser Eintrag jedenfalls lebte nur im Verborgenen.
Dieser Eintrag handelte von Mehdorn, Vorname Bahn-Chef. Er enthielt so wundervolle wie wahre Ausdrücke der Marke "Fratze", "Kapitalismus", "Stasi", "Gutsherrenart" . Aber als ich das las, da wurde es mir doch bang ums Herze. Und so lebt dieser Eintrag nur im Verborgenen, in einer Höhle, in meinem Herzen eben.


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